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Titelthema

Siehe!

Begrüßung von Dr. Christian Waterkamp
Vorstand (CEO) Diakonieverein Bruchsal e. V.

Liebe Leserinnen und Leser,

gerne wünsche ich Ihnen ein gutes und frohes neues Jahr 2026.

Zu Beginn des Jahres ist es oft so, dass Wünsche, Vorsätze, Ziele für das eigene Leben, die Familie oder den Arbeitsplatz bedacht werden.

Die Jahreslosung – auch an vielen Stellen im EAZ zu lesen – lädt uns zum Nachdenken ein.

Dabei versteht sich der biblische Satz „Siehe, ich mache alles neu!“ nicht als Update, Neustart oder Ausspruch: „Es wird schon wieder besser werden!“ Nein!

Dieser Satz darf uns Trost und Gelassenheit geben, jetzt am Anfang des neuen Jahres. Es ist ein Satz, der Menschen zugesprochen wurde, die erlebt haben, wie eine vertraute Welt brüchig wird: Politisch, gesellschaftlich, religiös – und auch persönlich!

Nicht vorenthalten darf man den Beginn der Jahreslosung: „Gott spricht: ..Ich…“ – nicht ich muss es bringen! Nicht meine organisatorische Kraft, meine Planung, meine Ziele sind nötig. Ich darf es geschehen lassen – nicht naiv, nicht unbedacht, nicht verantwortungslos, aber es darf geschehen. 

Welch eine Entlastung – gerade in Zeiten von permanenten Veränderungen. Dort, wo etwas nicht tragfähig ist, brüchig wird, fassungslos macht, genau dort beginnt Gottes - neu werden. 

Dieses neu werden ist nicht anders oder gar besser organisiert. Dieses neu werden bewahrt das Wertvolle, beschämt nicht das Verletzte, sortiert nicht aus.

Hier hilft vielleicht der Begriff verwandeln. Neues entsteht nicht durch radikales Vergessen, verändern, beseitigen, sondern durch die Verwandlung in Wahrheit: Auch das Bruchstückhafte bleibt gehalten, umsorgt, behütet – in Gottes Hand.

Dieses andere Hinsehen erkennt den pflegebedürftigen Menschen, hilft ihm auf, gibt ihm Würde und Anerkennung.

„Siehe“ ist eine Aufforderung an uns alle zu Jahresbeginn.

Es ist eine Einladung zur Aufmerksamkeit, zum genauen Hinsehen, wo etwas neu wird: - Wenn Menschen geboren werden und junge Menschen eine Familie gründen - wenn zerstörte Beziehungen vor einem Neubeginn stehen - wenn Trauer in Hoffnung und Perspektive mündet - wenn eigene Überzeugungen weitergegeben werden und so gemeinsam Neues entsteht. 

Das Erkennen des Neuen heißt Tränen, Scheitern und Angst zu sehen und doch darin nicht zu resignieren.

„Gemeinsam Hoffnung schaffen – immer schon!“ ist ein Motto, das uns im Ev. Altenzentrum, im EAZ, seit einigen Jahren begleitet. Es ist eben diese Hoffnung im Alltag zu sehen, in den Momenten des Tages, in den Augen des anderen. Dies gibt Kraft ohne uns selbst zu überschätzen oder zu überfordern.

 

„Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“

Wie gut zu wissen, dass nicht wir alles leisten und erreichen müssen.

Aus dieser Verheißung leben Sie, liebe Leserinnen und Leser, und auch ich, heute und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Christian Waterkamp


Ausgabe 1/2026

Erschienen am 01.02.2026



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